Der geliebte Jünger Johannes beobachtete Jesus aufmerksam bis zu dessen Tod. Darüber hinaus zeichnete Johannes den Bericht über die größte Auferstehung auf, die sich je ereignete — ein Ereignis, das eine feste Grundlage dafür bildet, daß wir für immer ein sinnvolles Leben führen können.
Die Feinde Jesu ließen ihn hinrichten, ihn wie einen gewöhnlichen Verbrecher an einen Pfahl nageln. Schaulustige — darunter religiöse Führer — verspotteten ihn, während er stundenlang litt. Trotz Todesqualen am Stamm sagte er, als er seine Mutter sah, Johannes betreffend: "Frau, siehe, dein Sohn!" Maria muß zu dieser Zeit Witwe gewesen sein, und ihre anderen Kinder waren noch keine Jünger geworden. Folglich vertraute Jesus seinem Jünger Johannes die Sorge für seine älter werdende Mutter an. Das spiegelte erneut das Denken des Schöpfers wider, der dazu ermunterte, für Witwen und Waisen zu sorgen.
Wie konnte Jesus, wenn er tot war, seine Rolle als der "Same" wahrnehmen, durch den sich "bestimmt alle Nationen der Erde . . . segnen" werden? Als Jesus an jenem Nachmittag im April des Jahres 33 u. Z. starb, legte er sein Leben als Grundlage für das Lösegeld nieder. Seinen empfindsamen Vater muß es sehr geschmerzt haben, daß sein unschuldiger Sohn solche Qualen erlitt. Doch auf diese Weise wurde der Loskaufspreis erbracht, mit dem die Menschheit aus der Sklaverei der Sünde und des Todes befreit werden konnte.
Weil Jesus Christus bei der Verwirklichung der Vorsätze Gottes eine zentrale Rolle spielt, mußte er zum Leben zurückkehren. Das geschah auch, und Johannes war Zeuge davon. Früh am dritten Tag nach Jesu Tod und Begräbnis gingen einige Jünger zu der Gruft. Sie war leer. Das verwirrte sie, bis Jesus verschiedenen von ihnen erschien. Maria Magdalene berichtete: "Ich habe den Herrn gesehen!" Die Jünger glaubten ihrer Aussage nicht. Später versammelten sich die Jünger in einem verschlossenen Raum, und Jesus erschien erneut und sprach sogar mit ihnen. Innerhalb von Tagen wurden über 500 Männer und Frauen Zeuge davon, daß Jesus tatsächlich lebte. Skeptische Menschen jener Tage konnten diese glaubwürdigen Zeugen befragen und ihre Aussagen prüfen. Die Christen konnten sicher sein, daß Jesus auferweckt worden war und wie der Schöpfer als Geistwesen lebte. Die Beweise waren so zahlreich und so zuverlässig, daß viele eher sterben wollten, als zu leugnen, daß Jesus auferstanden war.
Auch der Apostel Johannes litt unter Verfolgung, weil er über Jesu Auferstehung Zeugnis ablegte. Als er sich in der Verbannung befand, erhielt er eine außergewöhnliche Belohnung. Jesus ließ ihn eine Reihe von Visionen sehen, die auch uns den Schöpfer noch deutlicher zeigen und die enthüllen, was die Zukunft bringt. Nachzulesen ist dies in dem Buch Offenbarung, in dem viele Sinnbilder gebraucht werden. Jesus Christus wird darin als siegreicher König geschildert, der bald den Sieg über seine Feinde vollenden wird. Zu jenen Feinden zählen der Tod (unser aller Feind) und das verdorbene Geistgeschöpf, das Satan genannt wird.
Gegen Ende der apokalyptischen Botschaft hatte Johannes eine Vision von der Zeit, in der die Erde zu einem Paradies wird. Eine Stimme beschrieb die Zustände, die dann herrschen werden: "Gott selbst wird bei . . . den Menschen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen". Durch die Verwirklichung des Vorsatzes Gottes wird sich die Verheißung, die er Abraham gab, erfüllen.
Das Leben wird dann "das wirkliche Leben" sein, vergleichbar mit dem, was Adam vor sich hatte, als er erschaffen wurde. Die Menschen werden nicht mehr ziellos nach ihrem Schöpfer suchen und ihr Verhältnis zu ihm verstehen wollen. Allerdings mag man sich fragen:
Wann wird das alles so werden?
Warum hat unser fürsorglicher Schöpfer das Böse und das Leid bis heute zugelassen?
... link (0 Kommentare) ... comment
Der Apostel Johannes war ein anderer Jünger, der mit Jesus engen Umgang hatte und der uns deshalb helfen kann, ein noch umfassenderes Verständnis über den Schöpfer zu erlangen. Johannes schrieb ein Evangelium und drei Briefe (1., 2. und 3. Johannes). In einem der Briefe gewährte er den folgenden Einblick: "Wir wissen . . ., daß der Sohn Gottes gekommen ist, und er hat uns verstandesmäßig befähigt, den Wahrhaftigen (den Schöpfer) zu erkennen. Und wir sind in Gemeinschaft mit dem Wahrhaftigen durch seinen Sohn Jesus Christus. Dies ist der wahre Gott und ewiges Leben".
Es erforderte von Johannes "verstandesmäßige Befähigung", Erkenntnis über "den Wahrhaftigen" zu erlangen. Was erkannte Johannes in bezug auf die Eigenschaften des Schöpfers? "Gott ist Liebe", schrieb Johannes, "und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gemeinschaft mit Gott." Warum konnte sich Johannes dessen so sicher sein? "Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn . . . gesandt hat", damit er sein Leben als Lösegeld für uns hingebe. Wie Petrus war auch Johannes von der Liebe berührt, die Gott dadurch zeigte, daß er seinen Sohn sandte, damit er zu unseren Gunsten sterbe.
Da Johannes Jesus sehr nahestand, konnte er die Gefühle Jesu gut verstehen. Eine Begebenheit, die sich in Bethanien zutrug, in der Nähe von Jerusalem, beeindruckte Johannes zutiefst. Nachdem Jesus gehört hatte, daß sein Freund Lazarus sehr krank sei, begab er sich nach Bethanien. Als er und die Apostel eintrafen, war Lazarus aber schon mindestens vier Tage tot. Johannes wußte, daß der Schöpfer, der Quell menschlichen Lebens, Jesus unterstützte. Konnte Jesus Lazarus jedoch auferwecken? Jesus sagte zu Martha, der Schwester des Lazarus: "Dein Bruder wird auferstehen".
Dann sah Johannes eine andere Schwester des Lazarus, Maria, zu Jesus kommen. Wie reagierte Jesus? Er "seufzte . . . im Geist und wurde beunruhigt". Johannes beschrieb Jesu Reaktion mit einem griechischen Wort (in Deutsch mit "seufzte" wiedergegeben), das den Sinn von "sich dem Herzen entringende tiefe Gefühle" hat. Johannes konnte sehen, daß Jesus "beunruhigt" oder innerlich bewegt und sehr bekümmert war. Jesus verhielt sich nicht gleichgültig oder distanziert. Er "brach in Tränen aus". Jesus hatte eindeutig tiefe innige Gefühle; das half Johannes, die Gefühle des Schöpfers zu verstehen, und es sollte uns ebenso helfen.
Johannes wußte, daß Jesu Gefühle mit positiven Handlungen verknüpft waren, denn er hörte Jesus ausrufen: "Lazarus, komm heraus!" Und so geschah es. Lazarus kehrte zum Leben zurück und kam aus der Gruft heraus. Was für eine Freude dies bei seinen Schwestern und anderen Zuschauenden ausgelöst haben muß! Viele setzten dann Glauben in Jesus. Seine Feinde konnten nicht leugnen, daß er die Auferstehung bewirkt hatte, aber als sich die Nachricht darüber verbreitete, "hielten sie Rat, um Lazarus zu töten" und auch Jesus.
Die Bibel beschreibt Jesus als den genauen Abdruck des Wesens des Schöpfers selbst. Somit liefert der Dienst Jesu umfassende Beweise dafür, daß er und sein Vater die verheerenden Auswirkungen von Krankheit und Tod unbedingt ungeschehen machen möchten. Und das geht über die wenigen Auferweckungen hinaus, die in der Bibel aufgezeichnet worden sind. Johannes war anwesend, als Jesus sogar sagte: "Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine (des Sohnes) Stimme hören und herauskommen werden". Zu beachten ist, daß statt des allgemeinen Wortes für Grab hier ein Wort gebraucht wird, das mit "Gedächtnisgrüfte" wiedergegeben wird. Warum?
Gottes Gedenken spielt hierbei eine Rolle. Bestimmt kann sich der Schöpfer des ganzen Universums in allen Einzelheiten an jeden unserer verstorbenen Angehörigen erinnern, wozu sowohl angeborene als auch erworbene Merkmale gehören. Und es ist nicht nur so, daß Gott sich daran erinnern kann. Sowohl er selbst als auch sein Sohn wollen es. In bezug auf die wunderbare Aussicht auf eine Auferstehung sagte der treue Hiob über Gott: "Wenn ein kräftiger Mann stirbt, kann er wieder leben? . . . Du (Jehova) wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen".
Was für einen wunderbaren Schöpfer wir haben, einen Schöpfer, der unsere Anbetung verdient!
... link (0 Kommentare) ... comment
An dem letzten Abend, an dem Jesus mit seinen Aposteln zusammen war, nahm er mit ihnen ein besonderes Mahl ein. Bei einem solchen Mahl pflegte ein jüdischer Gastgeber normalerweise seinen Gästen Gastfreundschaft zu erweisen, indem er den Gästen, die vielleicht in Sandalen über staubige Straßen gelaufen waren, die Füße wusch. Niemand bot sich jedoch an, dies für Jesus zu tun. Daher erhob er sich demütig, nahm ein Tuch und ein Becken und begann, den Aposteln die Füße zu waschen. Als Petrus an die Reihe kam, schämte er sich, diese Dienstleistung von Jesus anzunehmen.
Petrus sagte zu ihm: "Du wirst mir bestimmt niemals die Füße waschen!"
"Wenn ich dich nicht wasche", erwiderte Jesus, "hast du keinen Teil mit mir."
Jesus wußte, daß er bald sterben würde, daher fügte er hinzu: "Wenn . . . ich euch, obwohl Herr und Lehrer, die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit so, wie ich euch getan habe, auch ihr tun sollt"
Petrus sagte zu ihm: "Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf."
Jesus sprach zu ihm: "Wer gebadet ist, braucht weiter nichts mehr, als sich die Füße zu waschen, sondern ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle."
Jahrzehnte später forderte Petrus Christen auf, Jesus nachzuahmen, nicht durch Fußwaschungszeremonien, sondern indem sie demütig anderen dienten, statt "über sie zu herrschen". "Gott widersteht den Hochmütigen", wie Petrus an Hand des Beispiels Jesu erkannte, "den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte." Was für eine Lektion über den Schöpfer! Doch Petrus lernte noch mehr.
Nach jenem letzten Mahl führte Judas Iskariot, ein Apostel, der jedoch zum Dieb geworden war, eine Abteilung bewaffneter Männer an, die Jesus verhaften sollten. Als es dazu kam, blieb Petrus nicht untätig. Er zog das Schwert und verletzte einen Mann in der Volksmenge. Jesus wies Petrus mit den Worten zurecht: "Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." Während Petrus zusah, berührte Jesus dann den Mann und heilte ihn. Jesus lebte eindeutig gemäß seiner Lehre "Fahrt fort, eure Feinde zu lieben" und ahmte dabei seinen Vater nach, der "seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt".
Im Verlauf dieser anstrengenden Nacht wurde Jesus vor dem obersten jüdischen Gericht einem kurzen Verhör unterzogen. Er wurde fälschlich der Lästerung angeklagt, dem römischen Statthalter vorgeführt und dann ungerechterweise ausgeliefert, um hingerichtet zu werden. Juden und Römer verspotteten ihn. Er wurde brutal mißhandelt und schließlich an den Pfahl geschlagen. Durch einen Großteil jener Mißhandlung erfüllten sich Prophezeiungen, die Jahrhunderte zuvor niedergeschrieben worden waren. Selbst die Soldaten, die Jesus am Marterpfahl beobachteten, gaben zu: "Bestimmt war dieser Gottes Sohn".
Diese Entwicklungen müssen Petrus und andere zu der Frage veranlaßt haben, warum der Christus sterben mußte. Doch das verstanden sie erst später. Durch jene Ereignisse erfüllte sich die Prophezeiung in Jesaja, Kapitel 53, aus der hervorging, daß der Christus nicht nur den Juden, sondern auch der ganzen Menschheit Befreiung bringen würde. Petrus schrieb: "Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leib an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und für die Gerechtigkeit leben könnten. Und ‚durch seine Striemen wurdet ihr geheilt‘ ".
Petrus erfaßte den Sinn einer Wahrheit, die Jesus dargelegt hatte: "Der Menschensohn ist nicht gekommen . . ., um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben".
Jesus mußte sein Recht auf Leben als vollkommener Mensch hingeben, um die Menschheit aus dem sündigen, von Adam ererbten Zustand zurückzukaufen. Dabei handelt es sich um eine biblische Grundlehre — das Lösegeld.
Petrus schätzte, was Jesus tat, und das bewog ihn dazu, "den Rest seiner Zeit im Fleische nicht mehr für die menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes zu leben". Für Petrus bedeutete das, schädigende Gewohnheiten und eine unmoralische Lebensweise zu meiden, und das gilt auch für uns.
Andere machen es jemandem, der sich bemüht, den "Willen Gottes" zu tun, vielleicht schwer. Dennoch wird er feststellen, daß sein Leben lohnender und sinnvoller wird. Das war bei Petrus so, und es kann auch bei uns so sein, wenn wir "unsere Seelen oder unser Leben, während wir Gutes tun, einem treuen Schöpfer anbefehlen".
... link (0 Kommentare) ... comment
Sehen wir uns Jesus nun mit den Augen zweier seiner engen Gefährten an — Petrus und Johannes. Diese gewöhnlichen Fischer gehörten zu seinen ersten Nachfolgern. Für die Pharisäer waren sie "ungelehrte und gewöhnliche Menschen" und gehörten zum Volk des Landes, Leute, auf die man herabblickte, weil sie nicht so unterwiesen waren wie die Rabbis. Viele solche Menschen, die "sich abmühten und beladen waren" unter dem Joch der religiösen Traditionalisten, sehnten sich nach geistiger Erleuchtung. Professor Charles Guignebert von der Sorbonne erklärte, daß "ihr Herz durch und durch Jahwe (Jehova) gehörte". Jesus wandte jenen Menschen von niedrigem Rang nicht den Rücken zu und bevorzugte nicht die Wohlhabenden oder Einflußreichen. Er gab ihnen vielmehr durch sein Lehren und durch seine Taten Aufschluß über den Vater.
Petrus kannte Jesu fürsorgliche Einstellung aus eigener Erfahrung. Kurz nachdem Petrus sich Jesus im Dienst angeschlossen hatte, wurde seine Schwiegermutter krank und hatte Fieber. Als Jesus zum Haus des Petrus kam, nahm er sie bei der Hand, und das Fieber wich. Wir wissen nicht genau, wie diese Heilung vor sich ging, ebenso wie Ärzte heute nicht völlig erklären können, wie manche Genesung zustande kommt, aber das Fieber wich von dieser Frau. Wichtiger, als zu wissen, wie Jesus heilte, ist, zu verstehen, daß er sein Mitleid für Kranke und Leidende bewies, wenn er sie heilte. Er wollte den Menschen wirklich helfen, und das will auch sein Vater. Petrus konnte aus dem, was er mit Jesus erlebte, erkennen, daß der Schöpfer jeden für würdig hält und sich um ihn kümmert.
Zu einer späteren Zeit hielt sich Jesus im Tempel in Jerusalem im Vorhof der Frauen auf. Er beobachtete Leute, die Spenden in die Schatzkästen einwarfen. Die Reichen warfen viele Münzen ein. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Jesus, wie eine arme Witwe zwei Münzen von sehr geringem Wert einwarf. Dann sagte er zu Petrus, Johannes und zu den anderen: "Wahrlich, ich sage euch, daß diese arme Witwe mehr eingeworfen hat als alle, die Geld in die Schatzkästen einwarfen; denn sie alle haben von ihrem Überfluß eingeworfen; sie aber hat von ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie hatte".
Wir sehen, daß Jesus auf das Gute bei den Menschen achtete und daß er die Bemühungen eines jeden schätzte. Wie hat sich das nach unserer Ansicht auf Petrus und die anderen Apostel ausgewirkt? Petrus hatte aus Jesu Beispiel erkannt, wie Jehova ist, und er zitierte deshalb später aus einem Psalm: "Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen". Fühlen wir uns nicht zu dem Schöpfer und seinem Sohn hingezogen, die bei uns auf das Gute achten und unsere inständigen Bitten hören?
Nachdem Petrus etwa zwei Jahre lang mit Jesus zusammen gewesen war, war er sich sicher, daß Jesus der Messias war. Einmal fragte Jesus seine Jünger: "Was sagen die Menschen, wer ich sei?" Er bekam verschiedene Antworten. Dann fragte er sie: "Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei?" Petrus erwiderte zuversichtlich: "Du bist der Christus." Was Jesus dann tat, befremdet uns vielleicht. Er "gebot ihnen ausdrücklich, zu niemandem darüber zu sprechen". Jesus war persönlich unter ihnen und wollte nicht, daß die Menschen ihre Schlußfolgerung lediglich auf das stützten, was sie vom Hörensagen wußten. Ebenso möchte der Schöpfer — und darauf kommt es hier an —, daß wir selbst die soliden Beweise untersuchen, um herauszufinden, wer er ist. Er erwartet von uns, daß sich unsere Überzeugung auf Tatsachen stützt.
Wie man sich vorstellen kann, wurde Jesus von einigen seiner Landsleute trotz der zahlreichen Beweise, daß der Schöpfer ihn unterstützte, nicht akzeptiert. Viele, die auf ihre Stellung hielten oder politische Ziele verfolgten, waren von diesem redlichen und demütigen Messias nicht besonders angetan. Gegen Ende seines Dienstes sagte Jesus: "Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken . . . versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen". Diese für jene Nation veränderte Situation kennzeichnete einen wichtigen Schritt in der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes zum Segen aller Nationen.
Bald darauf hörten Petrus und drei weitere Apostel, wie Jesus eine ausführliche Prophezeiung über "den Abschluß des Systems der Dinge" äußerte. Was Jesus vorhersagte, erfüllte sich erstmals während des Angriffs der Römer auf Jerusalem und der Zerstörung der Stadt in der Zeit von 66 bis 70 u. Z. Die Geschichte belegt, daß das, was Jesus vorausgesagt hatte, auch eintraf. Petrus war Zeuge von vielen Voraussagen, die Jesus gemacht hatte, und das wird in den beiden Büchern deutlich, die Petrus schrieb: 1. und 2. Petrus.
Während seines Dienstes hatte Jesus geduldig gegenüber den Juden, unter denen er sich befand, Güte geübt. Aber er hielt sich nicht davon zurück, Schlechtigkeit zu verurteilen. Das half Petrus, den Schöpfer in noch umfassenderem Sinn zu verstehen, und es sollte auch uns helfen. Als Petrus andere Dinge sah, durch die sich Jesu Prophezeiung erfüllte, schrieb er, daß Christen "die Gegenwart des Tages Jehovas . . . fest im Sinn" behalten sollten. Petrus sagte ferner: "Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen." Dann äußerte Petrus ermunternde Worte über "neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnen wird".
Schätzen wir wie Petrus die Eigenschaften Gottes, die sich in Jesus widerspiegeln, und setzen wir unser Vertrauen in seine Verheißungen für die Zukunft?
... link (0 Kommentare) ... comment
Diese samaritische Frau in Johannes Kapitel 4 betrachtete ihre Begegnung mit Jesus als überaus bedeutungsvoll. Im Mittelpunkt ihrer früheren religiösen Betätigung hatte die Anbetung am Berg Gerisim gestanden, und sie beruhte auf den ersten fünf Büchern der Bibel. Die Samariter, von denen viele aus einer Vermischung der zehn Stämme Israels mit anderen Völkern stammten, wurden von den Juden gemieden. Wie anders doch Jesus war! Bereitwillig lehrte er diese Samariterin, obwohl sein Auftrag lautete, zu "den verlorenen Schafen des Hauses Israel" zu gehen. Hier spiegelte Jesus Jehovas Bereitschaft wider, aufrichtige Menschen aus allen Nationen anzunehmen. Ja, sowohl Jesus als auch Jehova stehen über der engstirnigen religiösen Feindseligkeit, von der die heutige Welt durchsetzt ist. Auf Grund dieser Kenntnis sollten wir uns zu dem Schöpfer und zu seinem Sohn hingezogen fühlen.
Aus der Bereitschaft Jesu, diese Frau zu lehren, können wir eine weitere Lehre ziehen. Sie lebte damals mit einem Mann zusammen, der nicht ihr Ehemann war. Das hielt Jesus jedoch nicht davon ab, mit ihr zu sprechen. Wir können verstehen, daß sie es geschätzt haben muß, mit Würde behandelt zu werden. Und das, was sie erlebte, bildete keine Ausnahme.
Als einige jüdische Führer (Pharisäer) Jesus kritisierten, weil er mit reumütigen Sündern gemeinsam aß, sagte er: "Gesunde benötigen keinen Arzt, wohl aber die Leidenden. Geht also hin und lernt, was dies bedeutet: Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder". Jesus gewährte den Menschen seine Unterstützung, die unter der Bürde ihrer Sünden zu leiden hatten — ihrer Mißachtung der Gesetze oder Maßstäbe Gottes. Wie herzerwärmend es doch ist, zu erfahren, daß Gott und sein Sohn denen helfen, die zufolge ihres früheren Lebenswandels Probleme haben!
Übersehen wir nicht, daß Jesus bei jenem Anlaß in Samaria freundlich und hilfsbereit mit einer Frau sprach. Warum ist das wichtig? Damals wurde jüdischen Männern beigebracht, auf der Straße nicht mit Frauen zu reden, nicht einmal mit der eigenen Ehefrau. Jüdische Rabbis meinten, Frauen würden tiefe geistige Belehrung nicht begreifen, und sahen sie wie jemand "von beschränktem Verstand" an. Einige sagten: "Die Worte des Gesetzes sollten eher verbrannt als einer Frau vorgetragen werden." In einem solchen Klima waren Jesu Jünger aufgewachsen; daher ‘wunderten sie sich, daß er mit einer Frau redete', als sie zu ihm zurückkehrten (Johannes 4:27). Dieser Bericht — einer von vielen — veranschaulicht, daß Jesus das Ebenbild seines Vaters war, der Mann und Frau erschaffen hatte und ihnen auch Ehre zuteil werden ließ.
Jesus war kein untätiger Einsiedler. Er war ein entschlossener Mann der Tat. Er reiste "im Kreis in die Dörfer ringsum und lehrte" und half den Menschen, die "zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben" . Anders als die reichen religiösen Führer von heute, häufte Jesus keine Reichtümer auf; er hatte "keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen" konnte
Jesus konzentrierte seine Bemühungen zwar auf das geistige Heilen und die Versorgung mit geistiger Speise, aber er übersah dabei nicht die physischen Bedürfnisse der Menschen. Er heilte die Kranken, die Behinderten und die von Dämonen Besessenen. Bei zwei Gelegenheiten speiste er Tausende seiner aufmerksamen Zuhörer, weil er Mitleid mit ihnen empfand. Sein Motiv für das Wirken von Wundern war sein Interesse an den Menschen.
Jesus ging entschieden vor, als er den Tempel von habgierigen Kaufleuten räumte. Diejenigen, die ihn beobachteten, wurden an die Worte eines Psalmisten erinnert: "Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren". Er war nicht zaghaft mit Worten, als er die religiösen Führer verurteilte. Auch beugte er sich nicht dem Druck politisch wichtiger Männer.
Matthäus 23:33-39: "Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen? Darum siehe, ich sende Propheten und Weise und öffentliche Unterweiser zu euch. Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, Barachias' Sohn, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen.
Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von nun an auf keinen Fall mehr sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist der, der im Namen Jehovas kommt!‘ "
Es wird uns begeistern, den Bericht über den dynamischen Dienst Jesu zu lesen. Viele, die es zum erstenmal tun, beginnen mit dem kurzen, aber lebendigen Bericht, den Markus über diesen Mann der Tat geschrieben hat.
... link (0 Kommentare) ... comment
"Dies ist doch nicht etwa der Christus?" fragte eine samaritische Frau, nachdem sie eine Zeitlang mit Jesus gesprochen hatte. Sie drängte sogar andere aus der nahe gelegenen Stadt Sychar, zu Jesus zu gehen. Was bewog sie dazu, Jesus als den Messias anzuerkennen?
Diese Frau traf Jesus, als er sich ausruhte, nachdem er den ganzen Morgen über staubige Straßen der Hügel Samarias gewandert war. Obwohl Jesus müde war, sprach er mit ihr. Johannes 4:3-26:
Jesus: "Gib mir zu trinken."
Samariterin: "Wie kommt es, daß du, obwohl du ein Jude bist, mich um einen Trunk bittest, da ich doch eine samaritische Frau bin?"
"Wenn du . . . wüßtest, wer es ist, der zu dir sagt: "Gib mir zu trinken", so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben."
"Herr, du hast nicht einmal einen Eimer, um Wasser zu schöpfen, und der Brunnen ist tief. Woher also hast du dieses lebendige Wasser? Du bist doch nicht etwa größer als unser Vorvater Jakob, der uns den Brunnen gab und der selbst samt seinen Söhnen und seinem Vieh daraus trank?"
"Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder durstig werden. Wer auch immer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, der wird überhaupt nie durstig werden, sondern das Wasser, das ich ihm geben will, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln."
"Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich weder durstig werde noch immer wieder an diesen Ort herüberkommen muß, um Wasser zu schöpfen"
"Geh, ruf deinen Mann, und komm hierher."
"Ich habe keinen Mann"
"Du hast recht gesagt: "Einen Mann habe ich nicht."Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann."
"Herr, ich merke, daß du ein Prophet bist. Die Samariter haben auf diesem Berg angebetet; ihr (die Juden) aber sagt, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse."
"Die Stunde kommt in der die wahren Anbeter den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten werden; denn in der Tat, der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten."
"Ich weiß, daß der Messias kommt, der Christus genannt wird. Wenn dieser gekommen ist, wird er uns alle Dinge offen verkünden."
"Ich bin es, der mit dir redet"
Diese Frau, die wahrscheinlich deshalb zur Mittagszeit Wasser holt, weil sie ein Zusammentreffen mit den Frauen der Stadt vermeiden möchte, die sie wegen ihres Lebenswandels verachten, wird auf wunderbare Weise von Jesus begünstigt. Freiheraus sagt er ihr, was er noch niemandem öffentlich bekannt hat.
Anschließend überzeugte die samaritische Frau die Mitbürger ihrer Stadt, Jesus zuzuhören. Viele untersuchten die Tatsachen, wurden gläubig und sagten: "Wir wissen, daß dieser bestimmt der Retter der Welt ist".
Da wir ein Teil der Menschen"welt" sind, hängt auch unsere Zukunft von ihm ab.
... link (0 Kommentare) ... comment
Das Volk im Palästina des 1. Jahrhunderts war in Erwartung. In Erwartung wovon? Des "Christus" oder "Messias", den Gottes Propheten Jahrhunderte zuvor angekündigt hatten. Die Menschen waren sich sicher, daß die heiligen Schriften unter der Anleitung Gottes geschrieben worden waren und Vorankündigungen enthielten. Eine solche Vorankündigung im Buch Daniel wies auf die Ankunft des Messias in der ersten Hälfte ihres Jahrhunderts hin. Lukas 3:15: "Als nun das Volk in Erwartung war und alle wegen Johannes in ihrem Herzen überlegten: "Ist er vielleicht der Christus?"
Man mußte jedoch vorsichtig sein, weil selbsternannte Messiasse aufstanden. Der jüdische Historiker Josephus erwähnt einige: Theudas, der seine Anhänger dazu bewog, ihm an den Jordan zu folgen, und behauptete, die Fluten würden sich teilen; einen Menschen aus Ägypten, der das Volk auf den Ölberg führte und behauptete, auf sein Geheiß würden die Mauern Jerusalems zusammenstürzen, und einen Gaukler, der in den Tagen des Landpflegers Festus Befreiung von allem Elend verhieß.
Im Gegensatz zu den erwähnten irregeführten Nachfolgern erkannte eine Gruppe, die später "Christen" genannt wurde, daß Jesus von Nazareth ein großer Lehrer und der wahre Messias war (Apostelgeschichte 11:26: "Nachdem er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. So kam es, daß sie ein ganzes Jahr lang mit ihnen in der Versammlung zusammenkamen und eine beträchtliche Volksmenge lehrten, und es war zuerst in Antiochia, daß die Jünger durch göttliche Vorsehung Christen genannt wurden.").
Jesus war kein gauklerischer Messias, er hatte verläßliche Referenzen, wie in den vier Geschichtsbüchern, die als Evangelien bezeichnet werden, zur Genüge bestätigt wird. Die Juden wußten beispielsweise, daß der Messias in Bethlehem geboren werden sollte, daß er aus der Abstammungslinie Davids käme und Wunderwerke vollbringen würde. An Jesus erfüllte sich das alles, wie sogar das Zeugnis von Gegnern bestätigt. Jesus entsprach den Anforderungen des biblischen Messias tatsächlich.
Die Menschenmengen, die Jesus begegneten, seine hervorragenden Werke beobachteten, seine einzigartigen Worte der Weisheit hörten und seine Weitsicht erkannten, waren schließlich davon überzeugt, daß er der Messias war. Im Laufe seines Dienstes (29—33 u. Z.) häuften sich die Beweise für seine Messianität. Er erwies sich sogar als mehr als nur der Messias. Ein Jünger, der mit den Tatsachen vertraut war, kam zu dem Schluß, daß "Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes".
Da Jesus in einem sehr engen Verhältnis zu Gott stand, konnte er erklären und offenbaren, wie unser Schöpfer ist. Lukas 10:22: "Kein Mensch hat Gott jemals gesehen; der einziggezeugte Gott, der am Busenplatz beim Vater ist, der hat über ihn Aufschluß gegeben."
Jesus bestätigte, daß das enge Verhältnis zu seinem Vater bereits im Himmel entstand, wo er zusammen mit Gott alles andere ins Dasein gebracht hatte, Belebtes und Unbelebtes.
Johannes 6:38: "Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat."
Johannes 8:42: "Jesus sprach zu ihnen: "Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und bin hier. Auch bin ich ja nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern jener hat mich ausgesandt."
Kolosser 1:15, 16: "Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung; denn durch ihn sind alle anderen Dinge in den Himmeln und auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, erschaffen worden, es seien Throne oder Herrschaften oder Regierungen oder Gewalten. Alle anderen Dinge sind durch ihn und für ihn erschaffen worden."
Wie in der Bibel berichtet wird, wurde der Sohn vom geistigen Bereich auf die Erde versetzt und "wurde den Menschen gleich". Ein solches Ereignis mutet zwar ungewöhnlich an, aber ist es deswegen unmöglich? Wissenschaftler bestätigen, daß ein natürliches Element wie Uran in ein anderes umgewandelt werden kann; sie können sogar die Ergebnisse berechnen, wenn Masse in Energie umgewandelt wird (E = mc2). Warum sollten wir daher Zweifel haben, wenn die Bibel davon spricht, daß ein Geistgeschöpf umgewandelt wurde, damit es als Mensch leben könne?
Um es anders zu veranschaulichen, denken wir einmal an das, was manche Ärzte bei der In-vitro-Fertilisation zuwege bringen. Leben, das in einem Reagenzglas beginnt, wird in eine Frau übertragen und später als Kind geboren. Im Fall von Jesus versichert uns die Bibel, daß sein Leben durch "Kraft des Höchsten" in eine Jungfrau namens Maria übertragen wurde. Sie kam aus der Abstammungslinie Davids, so daß Jesus der bleibende Erbe des messianischen Königreiches sein konnte, das David verheißen worden war.
Gestützt auf sein vertrautes Verhältnis zum Schöpfer und die Ähnlichkeit mit ihm, sagte Jesus: "Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen". Er sagte auch: "Wer der Vater ist, weiß niemand als der Sohn und der, dem der Sohn ihn offenbaren will".
Während wir in der Bibel lesen was Jesus auf der Erde lehrte und tat, können wir die Persönlichkeit des Schöpfers besser erkennen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Manasse war einer der Könige Judas, die sich von der wahren Anbetung abwandten. "Er ließ seinen eigenen Sohn durch das Feuer gehen, und er trieb Magie und schaute nach Omen aus und stellte Geistermedien an und berufsmäßige Vorhersager von Ereignissen. Er tat in großem Ausmaß, was böse war in Jehovas Augen, um ihn zu kränken". König Manasse verleitete sein Volk dazu, "Schlimmeres zu tun als die Nationen, die Jehova . . . vertilgt hatte". Nachdem der Schöpfer Manasse und sein Volk wiederholt gewarnt hatte, erklärte er: "Ich werde Jerusalem einfach auswischen, wie man die henkellose Schüssel auswischt".
Zum Auftakt ließ Jehova Manasse von den Assyrern gefangennehmen und in Kupferfesseln wegführen. Im Exil kam Manasse zur Besinnung und "demütigte sich ständig tief wegen des Gottes seiner Vorväter". Wie reagierte Jehova darauf? "Gott hörte sein Flehen um Gunst und brachte ihn nach Jerusalem in sein Königtum zurück; und Manasse erkannte, daß Jehova der wahre Gott ist." König Manasse und sein Enkel, König Josia, führten nötige Reformen durch. Trotzdem wandte sich die Nation nicht endgültig von der umfassenden sittlich-religiösen Entartung ab.
Bedeutsamerweise sandte Jehova eifrige Propheten aus, um seine Ansicht über das kundzutun, was sich anbahnte. Jeremia berichtete Jehovas Worte: "Von dem Tag an, da eure Vorväter aus dem Land Ägypten herauskamen, bis zu diesem Tag . . . sandte ich ständig alle meine Knechte, die Propheten, zu euch, indem ich mich täglich früh aufmachte und sie sandte." Aber das Volk hörte nicht auf Gott. Es handelte schlimmer als seine Vorväter. Er warnte es immer wieder, "denn er hatte Mitleid mit seinem Volk". Doch es weigerte sich, positiv zu reagieren. Daher gestattete er den Babyloniern, Jerusalem zu zerstören und das Land im Jahre 607 v. u. Z. zu verwüsten. 70 Jahre lang blieb es verlassen.
Dieser kurze Überblick über Gottes Handlungen sollte es uns ermöglichen, Jehovas Interesse und seine gerechte Handlungsweise mit seiner Nation besser zu erkennen. Jehova hielt sich nicht abseits und wartete nicht einfach ab, was das Volk tun würde, als ob es ihm gleichgültig gewesen wäre. Er wurde initiativ und versuchte, dem Volk zu helfen.
Wir können verstehen, warum Jesaja sagte: "Und nun, o Jehova, du bist unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer; und wir alle sind das Werk deiner Hand." (Jesaja 64:8). Demgemäß bezeichnen heute viele den Schöpfer als "Vater", denn er reagiert wie ein liebevoller, interessierter menschlicher Vater. Allerdings erkennt er auch an, daß wir die Verantwortung für unser Tun und die Folgen tragen müssen.
Nachdem die Nation 70 Jahre Gefangenschaft in Babylon erlebt hatte, ließ Gott seine Prophezeiung in Erfüllung gehen, daß Jerusalem wiederhergestellt werden sollte. Das Volk wurde befreit und durfte in sein Heimatland zurückkehren, um "das Haus Jehovas, das in Jerusalem war, wieder aufzubauen". In einer Reihe von Bibelbüchern ist von dieser Wiederherstellung die Rede, von dem Wiederaufbau des Tempels und den Ereignissen danach. Eines dieser Bücher, Daniel, ist von besonderem Interesse, weil darin genau vorhergesagt wurde, wann der Same oder Messias erscheinen würde, und weil es Entwicklungen des Weltgeschehens in unserer Zeit beschreibt.
Der Tempel war zwar schließlich wieder aufgebaut worden, aber Jerusalem befand sich in einem mitleiderregenden Zustand. Die Stadtmauern und Tore lagen in Trümmern. Deshalb erweckte Gott Männer wie Nehemia, um die Juden zu ermuntern und zu organisieren. In einem Gebet, das in Nehemia, Kapitel 9 nachzulesen ist, wird Jehovas Handlungsweise mit den Israeliten gut zusammengefaßt. Wie aus dem Gebet hervorgeht, ist Jehova "ein Gott der Vergebungen, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte". Aus dem Gebet geht ebenfalls hervor, daß Jehova im Einklang mit seinem vollkommenen Rechtsmaßstab handelt. Selbst wenn er berechtigt ist, seine Macht auszuüben und ein Urteil zu vollstrecken, ist er bei aller Gerechtigkeit dennoch bereit, Liebe zu üben. Sein bewundernswert ausgeglichenes Vorgehen erfordert Weisheit. Ohne Zweifel sollten wir uns auf Grund der Art und Weise, wie der Schöpfer mit der Nation Israel verfuhr, zu ihm hingezogen fühlen, es sollte uns anspornen, seinen Willen zu tun.
Beim Abschluß dieses Teils der Bibel (des Alten Testaments) waren Juda und sein Tempel in Jerusalem wiederhergestellt, aber das Land befand sich unter heidnischer Herrschaft. Wie sollte Gottes Bund mit David in bezug auf einen "Samen", der "für immer" regieren sollte, eingehalten werden? Die Juden warteten immer noch sehnsüchtig auf das Erscheinen eines ‘Messias, eines Führers', der Gottes Volk befreien und ein theokratisches (von Gott regiertes) Reich auf der Erde aufrichten würde. War das jedoch der Vorsatz Jehovas? Wenn nicht, wie sollte der verheißene Messias dann die Befreiung herbeiführen?
Und wie wirkt sich das auf uns heute aus?
... link (0 Kommentare) ... comment
Davids Sohn Salomo war wegen seiner Weisheit berühmt, und wir können sie uns zunutze machen, wenn wir die Bücher Sprüche und Prediger lesen. Das letztgenannte Buch ist besonders für Personen nützlich, die wie einst der weise König Salomo auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind. Salomo, dem ersten israelitischen König, der in einer königlichen Familie geboren worden war, boten sich enorme Möglichkeiten. Er führte grandiose Bauvorhaben durch, hatte eine beeindruckende Vielfalt von Speisen auf seiner Tafel und erfreute sich an Musik und der Gemeinschaft mit angesehenen Gefährten. Dennoch schrieb er: "Ich, ja ich, wandte mich all meinen Arbeiten zu, die meine Hände getan hatten, und der harten Arbeit, die zu vollbringen ich hart gearbeitet hatte, und siehe, alles war Nichtigkeit". Worauf wies dies hin?
Salomo schrieb: "Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse" (Prediger 12:13, 14). In Übereinstimmung damit nahm Salomo ein siebenjähriges Bauprojekt in Angriff, um einen prachtvollen Tempel zu bauen, in dem die Menschen Gott anbeten konnten.
Viele Jahre lang zeichnete sich Salomos Herrschaft durch Frieden und Überfluß aus . Dennoch erwies sich sein Herz nicht wie das Herz Davids als ungeteilt gegenüber Jehova. Salomo nahm sich viele fremdländische Frauen und ließ zu, daß sie sein Herz ihren Göttern zuneigten. Schließlich sagte Jehova: "Ich werde dir ganz bestimmt das Königreich entreißen . . . Einen Stamm werde ich deinem Sohn geben um Davids, meines Knechtes, willen und um Jerusalems willen".
Nach dem Tod Salomos im Jahre 997 v. u. Z. sagten sich zehn nördliche Stämme vom Reich los. Diese bildeten das Königreich Israel, das die Assyrer 740 v. u. Z. besiegten. Die Könige in Jerusalem herrschten über zwei Stämme. Dieses Königreich, Juda, bestand, bis die Babylonier 607 v. u. Z. Jerusalem einnahmen und dessen Bewohner in die Gefangenschaft führten. Juda lag 70 Jahre lang verödet da.
Als Salomo starb, kam sein Sohn Rehabeam an die Macht und erschwerte dem Volk das Leben. Das führte zu einem Aufstand, und zehn Stämme sagten sich los, um das Königreich Israel zu bilden. Mit den Jahren entfernte sich das Nordreich von dem wahren Gott. Das Volk beugte sich oft vor Götzen in Form eines goldenen Kalbes nieder und verfiel anderen Formen der Götzenverehrung. Einige Könige wurden ermordet, und Usurpatoren entmachteten die Dynastien. Jehova übte große Nachsicht und sandte ständig Propheten aus, um die Nation vor dem Unheil zu warnen, das ihr drohte, wenn sie in ihrer Abtrünnigkeit verharrte. Die Bücher Hosea und Amos wurden von Propheten geschrieben, in deren Botschaften das Nordreich im Mittelpunkt stand. Im Jahre 740 v. u. Z. führten die Assyrer schließlich die Tragödie herbei, die Gottes Propheten vorausgesagt hatten.
Im Süden herrschten bis 607 v. u. Z. nacheinander 19 Könige des Hauses Davids über Juda. Die Könige Asa, Josaphat, Hiskia und Josia übten ihre Herrschaft wie ihr Vorfahr David aus und erlangten Gottes Gunst. Als diese Könige regierten, segnete Jehova die Nation. In dem Werk The Englishman's Critical and Expository Bible Cyclopædia heißt es: "Das überragende konservative Element Judas waren der auf Gottes Geheiß errichtete Tempel, die Priesterschaft, das geschriebene Gesetz und die Anerkennung des einen wahren Gottes Jehova als sein theokratischer König. . . . Dieses Einhalten des Gesetzes . . . brachte eine Folge von Königen hervor, die viele weise und gute Monarchen aufwies . . . Folglich überlebte die Nation Juda ihre volkreichere nördliche Schwesternation." Jene guten Könige waren denjenigen, die nicht in den Wegen Davids wandelten, zahlenmäßig weit unterlegen.
Doch Jehova lenkte alles so, daß "David, sein Knecht, weiterhin stets eine Leuchte vor ihm hatte in Jerusalem, der Stadt, die Gott für sich erwählt hatte, um seinen Namen dorthin zu setzen".
... link (0 Kommentare) ... comment
Als Samuel Richter in Israel war, verlangte das Volk einen menschlichen König. Die ersten drei Könige — Saul, David und Salomo — regierten jeweils 40 Jahre in der Zeit von 1117 bis 997 v. u. Z. Israel erreichte den Gipfel seines Wohlstands und seines Ruhms, und der Schöpfer unternahm wichtige Schritte, um das Königtum des kommenden Samens vorzubereiten.
Samuel kümmerte sich als Richter und Prophet gut um das geistige Wohlergehen Israels, aber seine Söhne waren anders als er. Schließlich forderte das Volk von Samuel: "Setze nun einen König für uns ein, der uns richten soll, wie ihn alle Nationen haben." Jehova erklärte Samuel, was ihre Forderung eigentlich bedeutete: "Hör auf die Stimme des Volkes . . .; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei." Jehova sah die traurigen Folgen dieser Entwicklung voraus.
Doch gemäß ihrer Forderung ernannte er einen bescheidenen Mann namens Saul zum König über Israel. Trotz eines verheißungsvollen Anfangs offenbarte Saul, nachdem er König geworden war, eigensinnige Neigungen und übertrat Gottes Gebote. Gottes Prophet gab bekannt, daß das Königtum einem Mann gegeben werde, der Jehova angenehm sei. Das sollte uns einprägen, wie sehr der Schöpfer Gehorsam schätzt, der von Herzen kommt.
David, der der nächste König über Israel sein sollte, war der Jüngste in einer Familie des Stammes Juda. Was seine überraschende Auswahl anlangt, sagte Gott zu Samuel: "Der Mensch sieht das, was vor den Augen erscheint; Jehova aber, er sieht, wie das Herz ist". Ist es nicht ermunternd, daß der Schöpfer auf das sieht, was wir im Innern sind, und nicht auf das Äußere? Saul hatte allerdings seine eigenen Vorstellungen. Von der Zeit an, wo Jehova David zum künftigen König erwählte, war Saul von dem Gedanken besessen, David aus dem Weg zu räumen. Jehova ließ es nicht zu, und schließlich starben Saul und seine Söhne in einer Schlacht gegen ein kriegerisches Volk, die Philister.
David herrschte als König von der Stadt Hebron aus. Dann nahm er Jerusalem ein und machte es zur Hauptstadt. Er dehnte auch die Grenzen Israels bis zur vollen Größe des Landes aus, das Gott den Nachkommen Abrahams verheißen hatte. Der Bericht über diesen Zeitabschnitt (und die Geschichte späterer Könige) ist in den sechs geschichtlichen Büchern der Bibel nachzulesen. Daraus geht hervor, daß das Leben Davids nicht problemlos verlief. Zum Beispiel gab er einer menschlichen Begierde nach, beging Ehebruch mit Bathseba, einer ausgesprochen schönen Frau, und machte sich anderer unrechter Taten schuldig, um seine Sünde zu verbergen. Jehova konnte als ein Gott des Rechts und der Gerechtigkeit das Vergehen Davids nicht einfach übersehen. Aber wegen Davids tiefempfundener Reue forderte Gott nicht, daß er mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft wurde; doch David hatte zufolge seiner Sünden zahlreiche Probleme innerhalb seiner Familie.
Durch all jene Krisen lernte David Gott als Person kennen — als jemand, der Gefühle hat. Er schrieb: "Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, . . . und ihren Hilferuf wird er hören". Davids Aufrichtigkeit und Hingabe kommen deutlich in den wunderschönen Liedern zum Ausdruck, die er schrieb, Lieder, die etwa die Hälfte der Psalmen ausmachen. Millionen haben aus dieser Lyrik Trost und Ermunterung geschöpft. Beachten wir die Tiefe der Verbundenheit zwischen David und Jehova, die in Psalm 139:1-4 zum Ausdruck kommt: "O Jehova, du hast mich durchforscht, und du kennst mich. Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt. Du hast meine Gedanken von fern bemerkt. Mein Wandern und mein Liegen hast du ermessen, und du bist ja mit all meinen Wegen vertraut geworden. Denn da ist kein Wort auf meiner Zunge, doch siehe, o Jehova, du weißt es schon ganz."
David war sich besonders dessen bewußt, daß Jehova die Macht hatte zu retten. Jedesmal, wenn er sie spürte, wuchs sein Vertrauen in Jehova. Oder lesen wir Psalm 51, den David schrieb, nachdem er wegen seiner Sünde mit Bathseba zurechtgewiesen worden war. Wie erquickend es doch ist, daß wir uns ohne weiteres gegenüber dem Schöpfer äußern und sicher sein können, daß "Jehova nicht überheblich ist, sondern demütig und bereit zuzuhören!" David hat seine Wertschätzung für Jehova nicht nur durch Erfahrungen erlangt. "Ich habe nachgesonnen über all dein Tun", schrieb er, "willig befaßte ich mich fortwährend mit dem Werk deiner eigenen Hände".
Jehova schloß mit David einen besonderen Bund für ein ewiges Königreich. Vermutlich verstand David nicht die volle Bedeutung jenes Bundes, aber späteren Aufzeichnungen in der Bibel können wir entnehmen, daß Gott andeutete, daß der verheißene Same aus der Linie Davids kommen sollte.
... link (0 Kommentare) ... comment