Freitag, 17. Mai 2013
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LICHT DES EVANGELIUMS WIRD AUSGELÖSCHT – 2. Teil

Bereits im ersten Jahrhundert wurde das Christentum von falschen religiösen Lehren beeinflußt, so daß sich Paulus veranlaßt sah, Timotheus aufzufordern, sich "von den Widersprüchen der fälschlich so genannten Erkenntnis abzuwenden". Hierbei bezog er sich wahrscheinlich auf den Gnostizismus, eine Bewegung, die Anfang des zweiten Jahrhunderts Bedeutung erlangte, aber offensichtlich schon im ersten Jahrhundert ins Leben gerufen wurde, möglicherweise durch einen gewissen Simon Magus. In einigen maßgeblichen Werken wird behauptet, es könne sich dabei um den in Apostelgeschichte 8:9 erwähnten Simon handeln.

Der Gnostizismus leitet seinen Namen von dem griechischen Wort gnósis her, das "Erkenntnis" bedeutet. Die Gnostiker behaupteten, das Heil sei von einer besonderen mystischen Erkenntnis tiefer Dinge abhängig, die gewöhnlichen Christen unbekannt seien. Der Besitz dieser Erkenntnis, so dachten sie, ermögliche es ihnen, wie die Encyclopedia of Religion schreibt, "die von Jesus geoffenbarte verborgene Wahrheit" zu lehren.

Der Ursprung des gnostischen Denkens ist vielfältig. Von Babylon übernahmen die Gnostiker den Brauch, Zahlen verborgene Bedeutungen zuzuordnen, da sie angeblich mystische Wahrheiten offenbarten. Die Gnostiker lehrten auch, daß alles Materielle böse und der Geist gut sei. "Es waren dies die gleichen Gedankengänge", schreibt der deutsche Autor Karl Frick, "wie wir sie bereits im persischen Dualismus und im fernöstlichen, chinesischen "Yin" und "Yang" vorfinden." Das "Christentum" der gnostischen Schriften stützte sich zweifellos auf nichtchristliche Quellen. Wie könnte es sich da um "die von Jesus geoffenbarte verborgene Wahrheit" gehandelt haben?

Der Gelehrte R. E. O. White bezeichnet den Gnostizismus als eine Kombination aus "philosophischer Spekulation, Aberglauben, halbmagischen Riten mit zeitweise fanatischem und sogar obszönem Kultus". Andrew M. Greeley von der Staatsuniversität von Arizona sagt: "Der Jesus der Gnostiker ist manchmal unlogisch, manchmal unverständlich und manchmal ziemlich unheimlich."

Beispiele für gnostische Glaubenslehren


Marcion (zweites Jahrhundert) unterschied zwischen einem unvollkommenen Gott des "Alten Testaments", der Jesus untergeordnet gewesen sei, und Jesu Vater, dem unbekannten Gott der Liebe des "Neuen Testaments". Die Vorstellung von einem "unbekannten Gott ist im Gnostizismus ein fundamentales Thema", erklärt die Encyclopedia of Religion. Dieser unbekannte Gott wird als "höchster Intellekt, der für den menschlichen Intellekt unzugänglich ist", identifiziert. Der Schöpfer der materiellen Welt hingegen ist untergeordnet und nicht absolut intelligent; er wird als Demiurg bezeichnet.


Montanus (zweites Jahrhundert) predigte die nahe Wiederkehr Christi und die Aufrichtung des Neuen Jerusalem in einem Gebiet, das heute zur Türkei gehört. Da er mehr Wert auf den Lebenswandel als auf die Lehre legte, versuchte er offensichtlich, die ursprünglichen Werte des Christentums wiederherzustellen, doch die Bewegung neigte zu Extremen und verfiel so schließlich in dieselbe Laxheit, die sie verurteilt hatte.


Valentin (zweites Jahrhundert), ein griechischer Dichter und der bedeutendste Gnostiker aller Zeiten, behauptete, Jesu Ätherleib sei zwar durch Maria gegangen, sie habe ihn aber nicht geboren. Diese Ansicht rührt daher, daß die Gnostiker alles Materielle als böse betrachteten. Somit konnte Jesus keinen materiellen Körper haben, sonst wäre dieser auch böse gewesen. Die Doketen, ebenfalls Gnostiker, lehrten, daß alles, was mit Jesu Menschsein zu tun hatte, lediglich auf Erscheinung und Vorstellung beruhte. Dies schloß seinen Tod und seine Auferstehung ein.


Manes (drittes Jahrhundert) wurde al-Babiliyu, arabisch für "der Babylonier", genannt, da er sich selbst als "der nach Babylon gekommene Bote Gottes" bezeichnete. Er war bestrebt, eine universelle Religion zu schaffen, indem er Elemente des Christentums, des Buddhismus und des Zoroastrismus miteinander verschmolz.


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Donnerstag, 16. Mai 2013
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LICHT DES EVANGELIUMS WIRD AUSGELÖSCHT – 1. Teil

Beginnend mit dem Jahr 33 u. Z., als Rom den Begründer des Christentums zu Tode brachte, lag die sechste Weltmacht der biblischen Geschichte ständig mit den Christen im Streit. Sie wurden eingesperrt, und einige warf man sogar den Löwen vor. Aber selbst als man ihnen mit dem Martyrium drohte, als menschliche Fackeln Neros Gärten zu erleuchten, ließen die römischen Christen des ersten Jahrhunderts weiterhin ihr geistiges Licht leuchten. Mit der Zeit änderte sich jedoch die Lage.

"Anfang des dritten Jahrhunderts", heißt es in dem Buch From Christ to Constantine, "begann die Kirche geachtet zu werden." Doch die Achtbarkeit hatte ihren Preis — "ein Sinken der Maßstäbe". Folglich "wurde ein christlicher Lebenswandel nicht mehr als Erfordernis für den christlichen Glauben angesehen".

Das Licht des Evangeliums schimmerte nur noch. "Im vierten Jahrhundert", sagt das Buch Kaiserliches Rom, "erklärten die christlichen Autoren nicht nur, daß Christlichkeit und römisches Bürgertum vereinbar seien, sie sahen jetzt sogar in der langen Geschichte Roms die Vorbereitung und den Beginn einer christlichen Welt . . . Das bedeutete nicht weniger als: Rom hat in göttlichem Auftrag gehandelt."

Diese Ansicht teilte der römische Kaiser Konstantin der Große. Konstantin machte 313 u. Z. das Christentum zu einer gesetzlichen Religion. Dadurch, daß er Kirche und Staat miteinander verband, Geistliche in den Dienst des Staates stellte und die Regelung kirchlicher Angelegenheiten dem Staat übertrug, erwies er dem Christentum einen schlechten Dienst.

Bereits Anfang des zweiten Jahrhunderts hatte Ignatius, Bischof von Antiochia, eine neue Methode eingeführt, die Gemeinde zu leiten. Statt einer Gruppe von Ältesten setzte das monarchische Episkopat einen einzigen Geistlichen über jede Gemeinde. Etwa ein Jahrhundert danach weitete Cyprianus, Bischof von Karthago, dieses hierarchische System zu einer monarchischen siebenstufigen Hierarchie aus, in der der Bischof die oberste Stellung einnahm. Unter ihm standen Priester, Diakone, Subdiakone und andere. In der westlichen Kirche wurde später eine achte Stufe hinzugefügt, während die östliche Kirche eine fünfstufige Hierarchie festlegte.

Wohin führte diese mit staatlicher Anerkennung verbundene Kirchenführung? In dem Buch Kaiserliches Rom wird erklärt: "Nur achtzig Jahre nach der letzten großen Welle der Christenverfolgungen begann die Kirche selbst, Ketzer hinzurichten, und ihre Kleriker hatten kaum weniger Macht als der Kaiser." Das hatte Christus bestimmt nicht im Sinn, als er sagte, seine Jünger sollten "kein Teil der Welt" sein und die Welt durch ihren Glauben besiegen — nicht mit Gewalt.

Johannes 16:33: "Ich habe euch diese Dinge gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt."

Johannes 17:14: "Ich habe ihnen dein Wort gegeben, doch die Welt hat sie gehaßt, weil sie kein Teil der Welt sind, so wie ich kein Teil der Welt bin."

Lange vor Konstantin war die christliche Religion bereits durch heidnisches Gedankengut verfälscht worden. Die mythischen Götter Griechenlands, die einst einen starken Einfluß auf Rom hatten, beeinflußten auch die christliche Religion. "Als Rom zum Imperium wurde", heißt es in dem Werk Roman Mythology, "wurde Jupiter mit dem griechischen Zeus gleichgesetzt . . . Später wurde Jupiter als Optimus Maximus angebetet, als der Beste und Größte, eine Bezeichnung, die ins Christentum übernommen werden sollte und in vielen Inschriften vorkommt." Die New Encyclopædia Britannica schreibt: "Im Christentum überlebten die griechischen Helden und sogar Götter als Heilige."

Wie der Autor M. A. Smith erklärt, bedeutete dies, daß "sich die vielen Göttergruppen vermischten und regionale Unterschiede verschwammen. . . . Man neigte zu der Ansicht, die verschiedenen Gottheiten seien in Wirklichkeit nur verschiedene Bezeichnungen für eine einzige große Macht. . . . Die ägyptische Isis, die Artemis der Epheser und die syrische Astarte könnten gleichgesetzt werden. Der griechische Zeus, der römische Jupiter, der ägyptische Amon-Ra und sogar der jüdische Jahwe könnten als Namen dieser einen großen Macht angeführt werden."

Während das Christentum in Rom mit griechischem und römischem Gedankengut verschmolzen wurde, machte es auch andernorts Wandlungen durch. In Alexandria, Antiochia, Karthago und Odessa — alles Zentren theologischen Wirkens — entwickelten sich unterschiedliche religiöse Richtungen. Herbert Waddams, ehemals anglikanischer Kanonikus von Canterbury, sagt, die alexandrinische Richtung sei zum Beispiel "besonders von platonischen Vorstellungen beeinflußt" worden und habe den meisten Aussagen des "Alten Testaments" eine allegorische Bedeutung zugeordnet. Die antiochenische Richtung verstand die Bibel buchstäblicher und prüfte sie sorgfältiger.

Entfernungen, mangelnde Verständigung und sprachliche Mißverständnisse verstärkten die Unterschiede noch. In erster Linie waren allerdings der Geist der Unabhängigkeit und die selbstsüchtigen Ziele religiöser Führer für die Situation verantwortlich, da sie bereit waren, um persönlicher Vorteile willen die Wahrheit zu verdrehen, wodurch sie das Licht des Evangeliums auslöschten.

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Mittwoch, 15. Mai 2013
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DAS CHRISTENTUM – 3. Teil

Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe des frühen Christentums offenbarten sich im christlichen Lebenswandel. Christen wurde geboten, daß sie "die alte Persönlichkeit ablegen" sollten, die dem sündigen Menschen eigen ist, und "die neue Persönlichkeit anziehen sollten, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit . . . geschaffen worden ist". Das taten sie auch. Interessanterweise sagte der englische Politikwissenschaftler Harold J. Laski: "Der Prüfstein eines Glaubens ist bestimmt nicht die Fähigkeit seiner Anhänger, ihn zu verkünden; der Prüfstein ist seine Fähigkeit, ihr Verhalten im täglichen Leben zu verändern".

Epheser 4:22-24: "...daß ihr die alte Persönlichkeit ablegen sollt, die eurem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden verdorben wird; daß ihr aber erneuert werden sollt in der Kraft, die euren Sinn antreibt, und die neue Persönlichkeit anziehen sollt, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist."

Durchdrungen von unerschütterlichem Glauben und einer festgegründeten Hoffnung und angetrieben von echter Liebe, machten sich die ersten Christen daran, das letzte Gebot, das Jesus ihnen vor seiner Auffahrt in den Himmel gegeben hatte, in die Tat umzusetzen: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie . . ., und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe".

Zu Pfingsten 33 u. Z. wurde Gottes Geist auf 120 christliche Jünger, die in einem Obersaal in Jerusalem versammelt waren, ausgegossen. Die Christenversammlung war ins Dasein gekommen! Ihren Gliedern wurde an jenem Tag durch ein Wunder die Fähigkeit verliehen, in fremden Sprachen zu sprechen, so daß sie sich mit den Juden und Proselyten aus anderen Ländern verständigen konnten, die in Jerusalem dem Fest beiwohnten.

Apostelgeschichte 2:5, 6: "Nun wohnten in Jerusalem Juden, ehrfurchtsvolle Männer aus jeder Nation von denen unter dem Himmel. Als nun dieses Geräusch entstand, kam die Menge zusammen und wurde fassungslos, weil ein jeder sie in seiner eigenen Sprache reden hörte."

Und mit welch einem Ergebnis! An einem einzigen Tag stieg die Zahl der Christen von 120 auf über 3 000!

Jesus hatte seine Predigttätigkeit größtenteils auf die Juden beschränkt. Aber kurz nach Pfingsten wurde der christliche Apostel Petrus gebraucht, um den "Weg" für die Samariter zu eröffnen, die sich an die ersten fünf Bücher der Bibel hielten, und später, im Jahre 36 u. Z., für alle Nichtjuden. Paulus wurde ein "Apostel für die Nationen" und unternahm zu Schiff drei Missionsreisen. Es wurden blühende Versammlungen gegründet.

"Ihr Eifer in der Verbreitung des Glaubens war grenzenlos", heißt es in dem Buch From Christ to Constantine. "Das christliche Zeugnis war sowohl weit verbreitet als auch wirkungsvoll." Durch die Christenverfolgung wurde die Botschaft nicht erstickt, sondern noch weiter getragen, ähnlich wie sich ein Feuer durch Wind schneller ausbreitet. Das Bibelbuch Apostelgeschichte erzählt die spannende Geschichte des unaufhörlichen christlichen Wirkens in der Frühzeit des Christentums.

Apostelgeschichte 9:2: "...und nachdem er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. So kam es, daß sie ein ganzes Jahr lang mit ihnen in der Versammlung zusammenkamen und eine beträchtliche Volksmenge lehrten, und es war zuerst in Antiochia, daß die Jünger durch göttliche Vorsehung Christen genannt wurden."

Das ist nicht das Christentum, das ich kenne!

Ist das deine Reaktion auf die Beschreibung des frühen Christentums? Hast du festgestellt, daß viele sogenannte Christen heute, statt einen starken Glauben zu haben, voller Zweifel sind und nicht recht wissen, was sie glauben sollen? Hast du beobachtet, daß viele, statt von Hoffnung erfüllt zu sein, von Angst ergriffen sind und unsicher in die Zukunft blicken? Stimmst du dem englischen Satiriker des 18. Jahrhunderts, Jonathan Swift, zu, der sagte: "Wir haben gerade genug Religion in uns, einander zu hassen, aber nicht genug, einander zu lieben."?

Paulus sagte diese nachteilige Entwicklung vorher. "Bedrückende Wölfe" — Führer, die nur dem Namen nach Christen wären — würden "aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen"

Apostelgeschichte 20:29, 30: "Ich weiß, daß nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen."

Wie weitreichend sollte das sein?

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Dienstag, 14. Mai 2013
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DAS CHRISTENTUM – 2. Teil

Jesus lehrte, daß es nur einen einzigen wahren Glauben gibt. Er sagte:

Matthäus 7:13, 14: "Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die es finden".

In dem Buch Kaiserliches Rom heißt es: "Die ersten Christen beharrten darauf, daß sie allein im Besitz der Wahrheit seien und alle anderen Religionen . . . falsch." Dies steht im Gegensatz zur hinduistisch-buddhistischen Einstellung, die allen Religionen einen Wert zuerkennt.

Die christliche Hoffnung dreht sich um die Verheißung des Schöpfers, daß seine Regierung die Weltprobleme lösen wird. Daher forderte Jesus die Menschen gleich zu Anfang seines Wirkens im Jahre 29 u. Z. auf, "an die gute Botschaft zu glauben, daß sich das Königreich Gottes genaht hat". Anders als östliche Religionen, wie zum Beispiel Chondokyo, hob Jesu Lehre nicht den Nationalismus als Möglichkeit zur Verwirklichung der christlichen Hoffnung hervor. Jesus lehnte es entschieden ab, sich politisch zu betätigen.

Matthäus 4:8-10: "Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen ungewöhnlich hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und er sagte zu ihm: "Alle diese Dinge will ich dir geben, wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist." Da sprach Jesus zu ihm: "Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen."

Johannes 6:15: "Als nun Jesus erkannte, daß sie im Begriff waren, zu kommen und ihn zu ergreifen, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein."

Offensichtlich war er nicht wie einige jüdische Geistliche der Ansicht, daß "die Menschheit Gott aktiv darin unterstützen muß, den Messias herbeizubringen".

Auch schließt die christliche Hoffnung die Aussicht ein, ewig unter gerechten Verhältnissen auf der Erde zu leben. Ist das nicht einfach und leicht verständlich? Für viele nicht, deren Denken durch die buddhistische Vorstellung vom Nirwana getrübt ist, das gemäß dem Buch The Faiths of Mankind ein "Aufhören" und doch "keine Vernichtung" ist. In dem Buch wird behauptet, daß das Nirwana "nicht zu beschreiben ist".

Jesus sagte, das größte Gebot sei: "Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft". Welch ein Unterschied zu den Religionen, die der Errettung des Menschen den Vorrang geben, während sie Gottes Interessen übersehen!

An zweiter Stelle steht, wie Jesus sagte, positive Nächstenliebe. "Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun". Man beachte im Vergleich dazu die negative Lehre des Konfuzius: "Was du nicht willst, daß man dir tu', das füg auch keinem andern zu." Welche Art Liebe siehst du als überlegen an: die Liebe, die andere davon abhält, dir Schaden zuzufügen, oder die Liebe, die sie bewegt, dir Gutes zu tun?

"Ein wirklich großer Mann kennzeichnet sich in erster Linie durch seine Demut", schrieb John Ruskin, ein englischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Da Jesus demütig sein Leben zugunsten des Namens und des Rufs seines Vaters und zugunsten der Menschheit hingab, bekundete er sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber der Menschheit Liebe. Wie sehr sich dies doch von dem ichbezogenen Streben Alexanders des Großen nach Göttlichkeit unterscheidet! Über ihn sagt Collier's Encyclopedia: "In seinem ganzen Leben, das er wiederholt aufs Spiel setzte, gibt es keinen Hinweis, daß er sich je über die Frage Gedanken machte, was nach seinem Tod aus seinem Volk werden sollte."

Jesu Liebe zu Gott und der Menschheit zeigt sich auch darin, daß er im Gegensatz zu seinen hinduistischen Zeitgenossen in Indien kein diskriminierendes Kastensystem befürwortete. Und im Unterschied zu den jüdischen Gruppen, die ihren Anhängern gestatteten, im Kampf gegen unbeliebte Herrscher zu den Waffen zu greifen, sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: "Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen".

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Montag, 13. Mai 2013
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DAS CHRISTENTUM – 1. Teil

Etwa 320 Jahre nach dem Tod Alexanders des Großen, des Königs von Makedonien, wurde ein noch größerer Weltherrscher geboren. Er sollte sich, wie vorhergesagt, von Alexander in zwei wichtigen Punkten unterscheiden.

Lukas 1:32, 33: "Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben."

Dieser Herrscher war Jesus Christus, und er sollte nicht nur in verstaubten Geschichtsbüchern weiterleben.

Jesus war ein einfacher Mann, der ein einfaches Leben führte. Er besaß keinen Palast. Er begab sich nicht unter die Reichen und Mächtigen und hatte keine irdischen Schätze. Jesus kam etwa im Oktober des Jahres 2 v. u. Z. in einer bescheidenen jüdischen Familie unter sehr einfachen Umständen in dem kleinen Ort Bethlehem zur Welt. Seine Jugend war recht ereignislos. Er erlernte das Zimmermannshandwerk und "war, wie man meinte, der Sohn Josephs".

Markus 6:3: "Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder des Jakobus und des Joseph und des Judas und des Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? So begannen sie Anstoß an ihm zu nehmen."

Selbst wer über den Gedanken spottet, Jesus sei Gottes Sohn, kann weder leugnen, daß seine Geburt eine neue Ära einleitete, noch kann er die Aussage der World Christian Encyclopedia bestreiten, daß "das Christentum die ausgedehnteste und umfassendste Religion der Geschichte geworden ist".

Das Christentum war keine völlig neue Religion. Es wurzelte tief in der Religion der Israeliten, die sich auf das geschriebene Gesetz Jehovas gründete. Schon bevor Israel eine Nation wurde, beteten seine Vorfahren Noah, Abraham und Moses Jehova an, was im Grunde eine Fortführung der ältesten Religion war, nämlich der wahren Anbetung des Schöpfers, die ursprünglich in Eden ausgeübt wurde.

Doch die nationalen und die religiösen Führer Israels ließen zu, daß die falsche Religion mit ihrem babylonischen Einfluß in ihre Anbetung eindrang und sie verunreinigte. In der World Bible heißt es: "Die Gemeinschaft der Juden zur Zeit der Geburt Jesu war von Heuchelei durchsetzt und mit einem Formalismus beladen, der die grundlegenden geistigen Wahrheiten, die die großen hebräischen Propheten geäußert hatten, verdunkelte."

Verglichen mit dem jüdischen Glauben, der von Menschen verkompliziert worden war, zeichneten sich Jesu Lehren durch Einfachheit aus. Paulus, einer der tatkräftigsten Missionare des Christentums im ersten Jahrhundert, zeigte dies, als er die Hauptmerkmale des Christentums nannte:

1. Korinther 13:13: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe".

Auch andere Religionen sprechen von "Glaube, Hoffnung, Liebe", doch das Christentum ist anders. Inwiefern? Jesus betonte, daß es wichtig ist, "Glauben an Gott auszuüben", an denjenigen, den er als den Schöpfer beschrieb.

Johannes 14:1: "Euer Herz werde nicht beunruhigt. Übt Glauben aus an Gott, übt auch Glauben aus an mich."

Das Christentum unterscheidet sich also vom Dschainismus und vom Buddhismus, die beide die Vorstellung von einem Schöpfer ablehnen und behaupten, das Universum habe schon immer existiert. Und da Christus von dem "allein wahren Gott" sprach, glaubte er offensichtlich nicht an eine Vielzahl wahrer Götter und Göttinnen, was die alten Religionen Babylons, Ägyptens, Griechenlands und Roms lehrten oder der Hinduismus heute noch lehrt.

Johannes 17:3: "Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus."

Der göttliche Vorsatz bestand, wie Jesus erklärte, darin, daß er "seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele" gab, um "zu retten, was verloren war", "damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe". Der Glaube an einen Opfertod zur Sündensühnung steht im Gegensatz zum Schintoismus, der keine Ur- oder Erbsünde anerkennt.



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Sonntag, 12. Mai 2013
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JUDAISMUS – ERWARTEN DES MESSIAS – 2. Teil

Tatsächlich war jede jüdische religiöse Splittergruppe gegen Johannes den Täufer und denjenigen, den er als Messias ankündigte. Statt der Botschaft des Johannes zu glauben, wandten sich viele Priester, wie Josephus sagt, den Zeloten zu, einer Gruppe jüdischer Revolutionäre, die auf Selbstbestimmung aus waren. Jahrzehntelang widersetzten sich Gruppen wie diese der römischen Herrschaft, die 63 v. u. Z. Griechenland abgelöst hatte, und verübten Terrorakte. Im Jahre 66 u. Z. gingen sie schließlich zum offenen Aufstand über. Dies führte zur Zerstörung des jüdischen Tempels und zum Ende der Priesterschaft. Die Hoffnung auf den Messias verdüsterte sich.

Jahrhunderte zuvor, während oder vielleicht kurz nach dem Babylonischen Exil, wurde großer Nachdruck auf eine Kenntnis des Gesetzes gelegt. Man erbaute Synagogen, Zentren der Belehrung, und danach wurde der Tempel nur bei besonderen Anlässen und zum Darbringen von Opfern besucht. Im 1. Jahrhundert u. Z. war es daher üblich, Gott in Synagogen anzubeten. Nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 u. Z. wurden sie anscheinend als Ersatz für den Tempel betrachtet.

Da es keine Priesterschaft mehr gab, gewannen nun Lehrer, die sogenannten Rabbis, an Bedeutung. Die Sadduzäer existierten nicht mehr als einflußreiche Gruppe, und die Essener waren einfach verschwunden, so daß die Pharisäer als unbestrittene Führer hervortraten. Ellis Rivkin vom Hebrew Union College schildert ihren Einfluß wie folgt: "Das mündliche Gesetz der Pharisäer brachte die Mischna hervor, den palästinischen und den babylonischen Talmud, die gaonischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Responsen und die verschiedenen jüdischen Gesetzessammlungen." In der New Encyclopædia Britannica heißt es: "Noch heute behaupten die verschiedenen jüdischen Gruppen — ob orthodox, konservativ oder reformiert —, geistige Nachkommen der Pharisäer und der rabbinischen Weisen zu sein."

Schon vor 70 u. Z. lebten Millionen von Juden außerhalb Palästinas, vorwiegend in Syrien, Kleinasien, Babylonien und Ägypten. Nach 70 u. Z. wurden jedoch alle überlebenden Juden entwurzelt und zerstreut, worauf sie in der diaspora lebten — griechisch für "Zerstreuung". Doch selbst in der Diaspora behielten viele ihre Hoffnung auf Selbstbestimmung unter einem kommenden Messias bei. Der jüdische Führer Bar Kochba, der 132 u. Z. einen erfolglosen Aufstand gegen Rom anführte, erwies sich als falscher Messias. Gemäß der Jewish Encyclopedia erschienen von damals bis 1744 u. Z. 28 solche falschen Messiasse.

Somit wurden die messianischen Hoffnungen verständlicherweise unklar. Die Encyclopædia Judaica erklärt: "Die jüdische Ideologie des Mittelalters hat vom Altertum keine klare, einheitliche Vorstellung des Messias erhalten, . . . und die talmudische Literatur und die verschiedenen Midraschim enthalten viele gegensätzliche Ansichten." Bereits im 12. Jahrhundert sagte der jüdische Philosoph Moses Maimonides, die messianische Herrschaft sei womöglich nur ein Sinnbild für eine höhere Gesellschaftsform. Im 19. Jahrhundert ersetzten reformierte Juden "den Glauben an einen persönlichen Messias durch den Glauben an ein messianisches Zeitalter. . . . Die messianische Hoffnung wurde von ihrer traditionellen gedanklichen Verbindung mit der Rückkehr der Exiljuden nach Zion getrennt."

Kurz zuvor hatte die Haskala (Aufklärung), eine Bewegung in Europa, zusätzliche Verwirrung gestiftet. Sie trat für einen Judaismus ein, der bereit war, sich der westlichen Lebensweise anzupassen. Sie trug zur Entzweiung zwischen den Juden bei, die die Selbstbestimmung in einer wiederhergestellten jüdischen Heimat unter dem Messias als vorrangig betrachteten, und denjenigen, die die Eingliederung in das Leben ihres Geburtslandes für wichtiger ansahen.

Diese Entwicklungen, verbunden mit dem Aufkommen des Antisemitismus, waren Wegbereiter für den modernen Zionismus, der Ende des 19. Jahrhunderts von Theodor Herzl ins Leben gerufen wurde. Heute, im Mai 2013 — auf den Monat genau 65 Jahre nach der Gründung des Staates Israel —, erfreuen sich die Juden der Selbstbestimmung als jüdische Gemeinde in einer jüdischen Heimat, so wie es sich Herzl vorgestellt hatte. Hat sich ihre messianische Hoffnung verwirklicht?

Wenn ja, warum sehen dann einige Juden gemäß der Londoner Times "im Zionismus eine Profanität, die mit der Schaffung Israels Wirklichkeit wurde"? Warum gab der Historiker Theodore H. White, der selbst Jude war, offen zu: "Es gibt bei den Juden fast so viele verschiedene Sekten, die miteinander im Widerstreit liegen, . . . wie bei den Protestanten."? Warum schrieb das Magazin 1987 mit Bezug auf die sich streitenden religiösen Splittergruppen in der Knesset, dem aus 120 Mitgliedern bestehenden Parlament Israels: "Es muß eine dauerhafte Lösung gefunden werden, wenn Israel . . . nicht zu einem Haus werden soll, das unheilvoll in sich selbst entzweit ist."?

Die moderne jüdische Selbstbestimmung bietet kaum Hoffnung für die Zukunft. Dadurch, daß der Judaismus hinsichtlich der Verwirklichung seiner messianischen Hoffnung auf menschliche Politik vertraut, läßt er die Worte seiner eigenen Heiligen Schrift außer acht. (Bibel nach Zunz):

Psalm 118:8: "Besser ist es, sich bergen beim Ewigen, als auf Menschen vertrauen."

Psalm 146:3: "Vertrauet nicht auf Fürsten, auf den Menschensohn, bei dem nicht Hilfe ist".

Im Gegensatz zu den Schwierigkeiten, die viele Juden heute mit der Identifizierung ihrer messianischen Hoffnung haben, hatten eine Reihe ihrer Vorfahren im 1. Jahrhundert dabei überhaupt keine Probleme. Sie wurden Nachfolger desjenigen, den sie als den Messias anerkannten, und eifrige Verfechter einer Religion, die zu Recht als der "Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe" bezeichnet werden kann.

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Samstag, 11. Mai 2013
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JUDAISMUS – ERWARTEN DES MESSIAS – 1. Teil

Siebzig Jahre Gefangenschaft in Babylon waren vorüber. Cyrus, der Eroberer Babylons und König von Persien, ließ die Juden in ihre Heimat zurückkehren (537 v. u. Z.). Doch dort, im Land der Verheißung, verwirklichte sich ihre Hoffnung auf Selbstbestimmung als freies Volk nicht. Sie hatten keinen König, und die politische Macht ihrer Statthalter wurde bald von der religiösen Macht des Hohenpriesters in den Schatten gestellt, der mit der Zeit als Oberhaupt des Volkes angesehen wurde.

Gemäß der Concise Jewish Encyclopedia entwickelte sich in dieser Zeit die Vorstellung von einem Messias — "der ideale Monarch künftiger Tage", der "nicht lediglich ein weiterer "gesalbter" Herrscher wäre, sondern der Herrscher, der Israels Feinde vernichten und eine herrliche Ära des Friedens und der Vollkommenheit herbeiführen würde".

Im 4. Jahrhundert v. u. Z. gerieten die Juden in den Machtbereich Alexanders des Großen. Doch war er offensichtlich nicht der Messias, den sie erwarteten, obwohl sein Reich einen starken Einfluß auf ihr Land, ihre Kultur und ihre Religion hatte.

Nach Alexanders Tod verblieb Palästina in griechischen Händen, zunächst unter den ägyptischen Ptolemäern und später unter den syrischen Seleukiden — beides Dynastien, die auf die Nachfolger Alexanders zurückgingen. Als der griechische Einfluß nachhaltiger wurde, betrachteten prominente und vornehme Juden die jüdischen Traditionen und Bräuche als veraltet. Führend war die Familie der Tobiaden, die während der Herrschaft des Seleukidenkönigs Antiochos IV. Epiphanes (175—164 v. u. Z.) Menelaus, der anscheinend zu dieser Familie gehörte, zum Hohenpriesteramt verhalf, und dies, obwohl Menelaus nicht aus dem traditionellen Priestergeschlecht Zadoks stammte, des Hohenpriesters in Salomos Tempel. Der griechische Einfluß wurde so stark, daß man die jüdischen religiösen Feste verbot und den Tempel zu einer griechischen Weihestätte machte.

Im Jahre 167 v. u. Z. rebellierten der jüdische Priester Mattathias und seine fünf Söhne, die allgemein als die Makkabäer oder Hasmonäer bezeichnet werden. Der Aufstand der Makkabäer, der ursprünglich religiöser Natur war, wurde bald zu einem politischen Kampf um die Selbstbestimmung der Juden. 165 v. u. Z. eroberten sie den Tempel zurück und weihten ihn wieder ein — ein Ereignis, das die Juden in der ganzen Welt heute jährlich als Chanukka, das achttägige Lichterfest, feiern. Doch ein Messias war immer noch nicht in Sicht.

Zu dieser Zeit "war nicht nur die religiöse und gesellschaftliche Führung des Volkes in den Händen der Priester", schreibt die jüdische Pictorial Biblical Encyclopedia, "sondern sie bildeten politisch und wirtschaftlich auch die stärkste und wohlhabendste Klasse in Jerusalem". Die Priester wurden jedoch so überheblich und so nachlässig in ihren Hirtenpflichten, daß sie von Nichtpriestern in der Auslegung des Gesetzes und in der Rechtsprechung ersetzt wurden. Diese Männer, die Schriftgelehrten, waren gewandt darin, Hintertürchen für Leute zu finden, die das Gesetz umgehen wollten.

In derselben Zeitspanne spaltete sich die jüdische Religion in miteinander wetteifernde Splittergruppen auf. Die Pharisäer lehrten, Gott habe Israel ein zweifaches Gesetz gegeben, teilweise schriftlich und teilweise mündlich. Auf der Grundlage des mündlichen Gesetzes rechtfertigten sie die hohepriesterliche Geschlechtslinie, nachdem die traditionelle Geschlechtslinie unterbrochen worden war. Die Sadduzäer hingegen leugneten das Bestehen eines mündlichen Gesetzes und behaupteten, nur ein direkter Nachkomme Zadoks dürfe als Hoherpriester dienen.

Die Bezeichnung "Pharisäer" stammt von einem Wort mit der Bedeutung "abgesondert", "getrennt" oder "ausgezeichnet". Man sagt, sie sei von ihren Gegnern gebraucht worden, um sie als Häretiker zu brandmarken. Andere behaupten, sie beziehe sich auf die "abgesonderte" oder "ausgezeichnete" Stellung, die sie beanspruchten, um sich von dem Volk des Landes, am-ha'arez, abzuheben, das sie als unrein betrachteten. Die Pharisäer waren äußerst selbstgerecht in ihrer Beachtung des schriftlichen und des mündlichen Gesetzes. Die ebenso starre Haltung der Sadduzäer gegenüber dem schriftlichen Gesetz "entstand nicht aus einem besonderen religiösen Empfinden heraus", schreibt der jüdische Autor Gaalyahu Cornfeld, "sondern als politische Waffe in ihrem Widerstand gegen die gesetzgebende Gewalt der Pharisäer".

Die Essener — eine weitere religiöse Gruppe — kamen anscheinend zur gleichen Zeit auf. Sie brachen mit der offiziellen Priesterschaft, nahmen von gottesdienstlichen Handlungen und Opfern im Tempel Abstand, hielten sich aber sonst genau an das Gesetz. Wie die Pharisäer, denen sie in vieler Hinsicht ähnelten, fielen sie dem hellenistischen Einfluß zum Opfer, indem sie den Glauben an eine unsterbliche Seele übernahmen.
Die Gruppe hatte wahrscheinlich nicht mehr als 4 000 Anhänger — alles Männer, von denen viele unverheiratet blieben. Sie lebten in Gemeinschaftshäusern in abgeschiedenen Gemeinden über ganz Palästina verteilt.

Die Encyclopædia Judaica spricht von ihrem angeblichen Pazifismus und behauptet, er sei "wahrscheinlich dem der neuzeitlichen Zeugen Jehovas ähnlich". Aber offensichtlich praktizierten die Essener nicht die strenge Neutralität, wie Jehovas Zeugen sie heute ausleben. In der jüdischen Pictorial Biblical Encyclopedia heißt es, daß die Essener "während des Aufstands gegen Rom heldenhaft kämpften, wobei sogar einige Anführer aus ihren Reihen kamen". Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus erwähnt einen solchen Anführer — ein gewisser "Johannes der Essener", der beim Aufstand von 66 u. Z. als jüdischer General diente.

Die Schriftrollen vom Toten Meer, die 1947 gefunden wurden, geben Aufschluß über die Kumran-Sekte, von der einige Gelehrte annehmen, sie sei mit den Essenern gleichzusetzen. Doch über die Vermutung, Johannes der Täufer und Jesus hätten dieser Gruppe angehört oder seien zumindest von ihr beeinflußt worden, sagt die New Encyclopædia Britannica: "Bedeutsame Argumente . . . sprechen gegen diese Annahme." Es gibt "wesentliche Unterschiede zwischen der Kumran-Sekte und Johannes dem Täufer . . . sowie Gegensätze zwischen den Ansichten der Sekte und der Reichweite des Wirkens Jesu, seiner Heilsbotschaft, seinem Verständnis des Gotteswillens . . . und besonders dem umfassenden Charakter seines Gebotes der Liebe und seiner Gemeinschaft mit Sündern und sozialen Außenseitern".

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Freitag, 10. Mai 2013
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CHONDOKYO - Religion des himmlischen Weges

Der Buddhismus, gestützt vom Taoismus, und der Konfuzianismus gehören zu den hauptsächlichen nichtchristlichen Religionen Koreas. Nachdem sie aus China eingeführt worden waren, gerieten sie unter den Einfluß des Schamanismus, der Volksreligion Koreas, und wurden gemäß der Encyclopedia of Religion "gesiebt, umgestaltet und in unterschiedlichem Maße den sozialen und intellektuellen Gegebenheiten der koreanischen Halbinsel angepaßt".

Eine andere Religion Koreas ist Chondokyo, die "Religion des himmlischen Weges", wie sie seit 1905 genannt wird. Sie wurde 1860 von Ch'oe Suun (Che-u) gegründet und hatte ursprünglich den Namen Tonghak, "östliche Lehre", im Gegensatz zu Sohak, "westliche Lehre", der Bezeichnung für das Christentum. Chondokyo wurde zum Teil ins Leben gerufen, um dem Christentum Widerstand zu leisten. Wie der deutsche Autor Gerhard Bellinger schrieb, versucht Chondokyo, "die konfuzianischen Ideale der Menschlichkeit und Gerechtigkeit mit der taoistischen Begierdelosigkeit und dem buddhistischen Erbarmen" zu verbinden, was auch in der Absicht des Religionsstifters lag. Chondokyo enthält außerdem Elemente des Schamanismus und des Katholizismus. Trotz seiner Behauptung, die religiöse Einheit zu fördern, sind bis 1935 mindestens 17 Sekten aus ihm hervorgegangen.

Entscheidend bei der "Religion des himmlischen Weges" ist der Glaube, daß der Mensch eigentlich ein Teil Gottes sei. Sain yoch'on ("Behandle den Menschen wie Gott") ist daher eine wichtige ethische Lehre, wonach man seine Mitmenschen mit "äußerster Rücksicht, Achtung, Aufrichtigkeit, Würde, Unparteilichkeit und Gerechtigkeit" behandeln sollte, erklärte Yong-choon Kim von der Universität von Rhode Island.

Da der Gründer Suun die gesellschaftliche Ordnung verändern wollte, um diese hohen Maßstäbe zu verwirklichen, stieß er auf den Widerstand der Regierung. Einmischung in die Politik führte sowohl bei ihm als auch bei seinem Nachfolger zur Hinrichtung. Diese Einmischung trug auch zum Ausbruch des chinesisch-japanischen Krieges im Jahre 1894 bei. Politische Betätigung ist kennzeichnend für die neueren koreanischen Religionen, von denen die Tonghak-Bewegung lediglich den Anfang machte. Oft geht es dabei hauptsächlich um Nationalismus, und Korea wird künftiger Weltruhm zugedacht.

Welcher "Weg" führt zum Leben?

Viele Religionen behaupten, der Weg der Wahrheit zu sein, der zum Heil führt. Der Konfuzianismus, der Taoismus und der Buddhismus werden zum Beispiel die "drei Wege" Chinas genannt. Die japanischen und die koreanischen Religionen gebrauchen ähnliche Bezeichnungen. Wie unterscheiden sich diese verschiedenen "Wege", wenn überhaupt?

Offensichtlich sind viele Asiaten der Ansicht, es spiele keine große Rolle, welchen religiösen "Weg" man einschlage. Aber Jesus Christus, dessen Religion im 1. Jahrhundert ebenfalls "Der Weg" genannt wurde, verwarf die Ansicht, alle religiösen Wege seien für Gott annehmbar.

Matthäus 7:13, 14 "Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.".

Sprüche 16:25: "Es gibt einen Weg, der vor einem Mann gerade ist, aber sein Ende sind danach die Wege des Todes."

Allerdings schenkten die meisten Juden des 1. Jahrhunderts seinen Worten kein Gehör. Sie hielten Jesus nicht für den wahren Messias und seine Religion nicht für den richtigen "Weg". Ihre Nachkommen warten noch heute — 19 Jahrhunderte später — auf ihren Messias.

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Donnerstag, 9. Mai 2013
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SCHINTOISMUS - der Weg der Kami

Auch Japan ist für eine alte Volksreligion bekannt; sie wird als Mischung aus "polytheistischem Naturdienst und Ahnenkult" beschrieben. Zunächst war diese ethnische Religion namenlos. Doch als im 6. Jahrhundert u. Z. der Buddhismus nach Japan gelangte, lautete ein Name, der ihm gegeben wurde, Butsudo, "der Weg des Buddha". Um zwischen dieser und der einheimischen Religion unterscheiden zu können, wurde letztere als Schinto bekannt, "der Weg der kami".

Kami (die verschiedenen Götter oder Gottheiten) stehen im Mittelpunkt des Schintoismus. Kami kann irgendeine übernatürliche Macht oder irgendeinen Gott bezeichnen, das heißt Naturgötter, hervorragende Menschen, vergöttlichte Vorfahren oder sogar "Gottheiten, die ein Ideal verkörpern oder eine abstrakte Macht darstellen" (The Encyclopedia of Religion). Der Begriff Yaoyorozu-no-kami bedeutet buchstäblich acht Millionen Götter, aber er bezeichnet einfach "viele Götter", da die Zahl der Götter im Schintoismus ständig steigt. Die Menschen sind als Kinder der Kami göttlichen Ursprungs. Es geht also darum, in Einklang mit den Kami zu leben, um ihren Schutz und ihre Gunst zu verspüren.

Der Schintoismus legt zwar keinen Nachdruck auf Dogmen oder Theologie, doch er hat den Japanern einen Kodex von Werten vermittelt, ihr Verhalten geformt und ihre Denkweise geprägt. Er bietet ihnen Schreine, vor denen sie nach Belieben anbeten können.

Die Hauptrichtungen des Schintoismus stehen miteinander in Beziehung. Zwischen dem Schrein-Schinto und dem Volks-Schinto gibt es kaum bedeutsame Unterschiede. Der Sekten-Schinto hingegen besteht aus 13 Sekten, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden und in unterschiedlichem Maße Bestandteile des Konfuzianismus, des Buddhismus und des Taoismus enthalten.

Der buddhistische Einfluß auf den Schintoismus ist besonders ausgeprägt. Das erklärt, warum viele Japaner gleichzeitig Buddhisten und Schintoisten sind. Ein traditionelles japanisches Haus hat zwei Altäre, einen Schinto-Altar zur Verehrung der Kami und einen buddhistischen Altar zur Ahnenverehrung. Keiko, eine japanische junge Frau sagte: "Ich schulde meinen Vorfahren Achtung und bekunde diese durch den Buddhismus . . . Ich bin eine Japanerin, daher verrichte ich all die kleinen Schinto-Rituale." Dann fügte sie hinzu: "Und ich dachte, eine christliche Hochzeit sei wirklich etwas Schönes. Es ist zwar ein Widerspruch, aber was soll's!"




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Mittwoch, 8. Mai 2013
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TAOISMUS – der Weg der Natur

Tao, seit Jahrtausenden Mittelpunkt des chinesischen Denkens, bedeutet "Weg". Im Laufe der Zeit wurde damit die rechte Handlungsweise im Einklang mit der natürlichen Wirkungsweise des Universums bezeichnet. Nach der Überlieferung war der Gründer ein Zeitgenosse des Konfuzius und trug den Titel Laotse, was "betagter Junge" oder "alter Meister" bedeutet. Einige behaupten, Laotse sei so genannt worden, weil er nach einer übernatürlichen Zeugung und einer Schwangerschaft, die sich über Jahrzehnte hingezogen habe, mit altersgrauem Haar geboren worden sei. Andere sind der Ansicht, man habe ihm den Titel aus Achtung vor seinen weisen Lehren verliehen.

Der Taoismus lehrt, daß ein Kind bei der Geburt mit einem gewissen Maß an "Uratem" oder Lebenskraft ausgestattet werde. Durch verschiedene Mittel wie Meditation, die Beachtung von Speisevorschriften, Atemkontrolle und sexuelle Beherrschung könne man ein unnötiges Entweichen dieses "Uratems" vermeiden. Ein langes Leben sei daher gleichbedeutend mit Heiligkeit.

Der menschliche Körper wird als Miniaturuniversum angesehen, das in Harmonie mit der Natur bleiben muß. Damit in Verbindung stehen die chinesischen Begriffe yin und yang, die buchstäblich die schattige und die sonnenbeschienene Seite eines Berges bezeichnen. yin und yang — grundlegend für die gesamte chinesische Philosophie — sind die entgegengesetzten, doch sich ergänzenden Elemente, aus denen alles in der Natur besteht. Die Encyclopedia of Religion erklärt: "yin herrscht in allem vor, was dunkel, schattig, kühl, naß, abnehmend, biegsam, irdisch und weiblich ist, wohingegen yang hell, heiß, trocken, zunehmend, unbeugsam und energisch, himmlisch und männlich ist."

Eine Anwendung dieses Prinzips ist feng-shui, eine Art chinesische Wahrsagerei, die im Deutschen als Geomantie bezeichnet wird. Mit ihrer Hilfe will man eine günstige Lage für Orte und Häuser, besonders aber für Gräber, ausfindig machen. Dadurch, daß die Yin-yang-Kräfte eines in Frage kommenden Geländes mit denen der Bewohner in Einklang gebracht werden, soll deren Wohlergehen gewährleistet werden. Helen Hardacre von der Princeton-Universität sagt, daß die richtige "Verknüpfung der kosmischen Kräfte den Toten nützen und ihren Übergang in eine andere Welt erleichtern soll".

Zwar sollte man sich bemühen, die Yin-yang-Kräfte im Gleichgewicht zu halten, doch ihr Naturzustand darf nicht gewaltsam verändert werden, denn dies gilt als nachteilig — eine Auffassung, die Passivität fördert. Ein alter Mönch erklärte 1986: "Der Taoismus lehrt, ruhig zu bleiben und nichts zu tun, das heißt, alles tun durch Nichtstun." Man hat die Kraft des Taoismus daher mit dem Wasser verglichen; trotz seiner Weichheit nützt es allen Geschöpfen.

Früher war es üblich, zwischen der Tao-Philosophie (4./3. Jahrhundert v. u. Z.) und der Tao-Religion (2./3. Jahrhundert u. Z.) zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist nicht mehr so deutlich, da die Tao-Religion offensichtlich den taoistischen Philosophien, die ihr vorausgingen, entstammt. Hans-Joachim Schoeps, Professor für Religion, sagt, daß der Taoismus als Religion "nichts anderes ist als die Fortführung der uralten chinesischen Volksreligion. Und der Kern derselben ist ein simpler Geisterglaube. . . . Geister nisten überall und gefährden in jedem Augenblick Leben und Gesundheit der Menschen. . . . Im heutigen China ist also der Taoismus abgesunken zu einer Religionsform des Aberglaubens für die breiten Massen."

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